Leben wagen

Ich war Anfang der Zwanzig, als ich von einem Priester von der Lebensform in Caritas Christi erfahren habe.

Bis dahin hatte ich von dieser Möglichkeit der Nachfolge Jesu noch nichts gehört. Obwohl ich eher mit der Gründung einer Familie rechnete, hat mich die Idee eines solchen Lebens als Laie, im Gelübde der Ehelosigkeit an Gott gebunden, nicht mehr losgelassen. Nach zwei Jahren des Suchens und des Ringens, habe ich es gewagt, mich auf Jesus Christus als Quelle des Lebens einzulassen.

Durch ein bedingungsloses Ja (Donation) zu Gott und zu allem, was ich als Wille Gottes erkenne (Gehorsam), versuche ich in meinem Lebensumfeld meine Gottes- und Menschenbeziehung zu leben. Kraft ist mir immer wieder das Gebet, das Wort Gottes, die Eucharistie und die Gemeinschaft mit regelmäßigen Treffen, jährlichen Exerzitien und Besinnungstagen.

Es ist ein erfülltes Leben im täglichen einfachen Tun, in den Begegnungen, im Hören auf den Willen Gottes. Das verantwortliche Umgehen mit den Gütern und Begabungen (Armut) macht aufmerksam für die Realität und sensibel für die Bedürfnisse der heutigen Zeit. Es ist mir ein Anliegen, ein lebendiges Glied der Kirche zu sein und dort "unter dem Blick des Vaters, der ins Verborgene sieht" (Mt 6,4) zu wirken.

Nach meiner Pensionierung - ich war Pfarrsekretärin und Religionslehrerin - und einem Ortswechsel bin ich eben dabei, die Chancen der Veränderung wahrzunehmen , in einem ganz gewöhnlichen Leben unter den anderen "Gott zu lieben und dahin zu wirken, dass er geliebt wird." (Lebensregel 1).

Elisabeth